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Das Buch «Liechtensteiner Sagen» enthält eine Auswahl von Liechtensteiner Sagen; einzelne Sagen werden illustriert. Die ausgewählten Sagen werden von HERBERT HILBE neu erzählt. Illustriert wird das Buch von der in München geborenen Grafikerin SUSANNE SMAJIC. Die Gestaltung des Buchs ist ansprechend und in einer grossen Schrift gehalten, damit es auch für ältere Leserinnen und Leser attraktiv sein wird. Neben den mehr oder weniger ‚bekannten’ Sagen wird auch Wert darauf gelegt werden, den bei der Bevölkerung weniger bekannten Sagen einen angemessenen Platz einzuräumen. Die einzelnen Sagen sollen in einer einfachen, aber modernen literarischen Sprache verfasst werden. Die Sage wird auf die wirkliche Begebenheit reduziert, auf Pathos und Interpretation wird in den neuen Texten bewusst verzichtet. Die Sage steht für sich und die Geschichte selbst ist aussagekräftig genug, und lässt der Leserschaft Platz für die eigene Interpretation. Die Sage kommt aus dem Menschen heraus, sie ist lokal gebunden, d. h. die Leserin, der Leser fühlt sich daheim, kann sich orientieren. Kürzeste Geschichten rufen sofort Bilder hervor. Die Menschen, die sich in den Geschichten bewegen, könnten jeweils die Leserin oder der Leser selbst sein. Es handelt sich in den Sagen um Menschenschicksale, die zu Geschichten geworden sind; Ängste, Nöte und Träume seiner Vorfahren – vielleicht auch die der Leserin, des Lesers selbst – mutieren in eine Handlung, in ein Geschehen. Unter diesem Gesichtspunkt ist der Erfolg von Sagenbüchern verständlich.
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